So sehen gute Fußtexte in Mails aus :

Sonntag, 12. April 2009 von admin

Stellen Sie sich einmal vor Sie gehen zum Metzger Ihrer Wahl, kaufen nach Lust und Laune Grillgut und Aufschnitt ein und bevor es zum Abschluß des Geschäfts kommt, Sie also den Geldbeutel herausholen und die Scheine auf den Tisch legen, nehmen Sie sich die freundliche Verkäuferin zur Seite und teilen Ihr unter dem Siegel der Verschwiegenheit wie folgt mit :

Sehr geehrte Dame, wie Sie sicher Wissen ist die Wirtschaftliche Lage derzeit nur sehr schwer einzuschätzen. Ich gehe zwar davon aus, dass ich auch nächste Woche wieder Grillgut in der heutigen Menge bei Ihnen einkaufen werde, jedoch könnten verschiedene Umstände dazu führen dass ich die Menge auch reduzieren muss. Die jetzige Enschätzung auf zukünftige Einkäufe bei Ihnen stellen somit keinen Rechtsanspruch Ihrerseits dar und meine zukunftsbasierten Aussagen, die Sie an Wörtern wie “gehe davon aus” “plane zu kaufen” “glaube zu benötigen” erkennen können, sind lediglich Annahmen und Prognosen. Die Entwicklungen der Mitgrillerzahl, dessen Finanzlage oder Joblage können die Entwicklung von Menge und Art des Grillgutes beeinflussen.

Sie sind der Meinung der obige Text ist an Schwachsinn nicht zu überbieten ? Dann Irren Sie sich jedoch gewaltig, denn bei einer Anfrage über 10 Stück Schleifbänder gab es folgenden Fußtext eines Kunden gleich mit dazu :

Diese Mitteilung enthält ggf. bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die
auf gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Geschäftsleitung  der XXX GmbH
beruhen. Diese Angaben werden durch Wörter wie „glaubt“, „geht davon aus“ oder
„erwartet“ bzw. durch Formulierungen wie „aus heutiger Sicht“ gekennzeichnet.

Verschiedene bereits bekannte wie auch noch unbekannte Risiken, Ungewissheiten
und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die
Finanzlage, die Entwicklung von Mengen und/oder Kosten und damit die Performance
der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen.

Am erstaunlichsten dabei ist für mich, dass bei einer Geschäftsanbahnung solche Texte frei Haus geliefert werden. Was soll ich als Verkäufer davon halten ? Hier einige Möglichkeiten :

  • 1. Der Kunde wird nur per Vorkasse geliefert.
  • 2. Mitarbeiter auf Kurzarbeit einstellen, immerhin könnten anstatt 10 nur 7,34 Schleifbänder geordert werden.
  • 3. Lieferantenrundschreiben erstellen in dem wir vor möglichen Auftragseinbrüchen warnen.
  • Fazit : In einer Anfrage oder bei einer Bestellung von Waren hat ein solcher Text überhaupt nichts zu suchen. Was interessiert es mich - als potentieller Lieferant für 10 Schleifbänder im Wert von 100 € - denn, ob in der Vorstandetage auf den Tischen getanzt wird und für die Investoren Zukunftspläne und Prognosen erstellt werden, die hinsichtlich der Durchsetzbarkeit nicht ganz wasserdicht sind. Wenn ich persönlich schon permanent davon ausgehe, dass die Performance meines Unternehmens “wesentlich von den gegebenen Einschätzungen” abweicht, wäre es dann nicht besser die “gegebenen Einschätzungen” einfach ein paar Stufen weiter unten anzuordnen, anstatt jedem Hinz und Kunz per Mail mitzuteilen, dass ich nicht in der Lage bin eine auch nur im Ansatz verbindliche Aussage hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit zu treffen ?

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